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2.0.27 Der Molloch

Erstellt ab 20.03.2022

Der alte Mann sitzt traurig vor seinem Bildschirm.

...

Nichts funktioniert.

...

Mal wieder nichts.

Morgen früh muss er wieder in den Molloch.

"Nur noch einmal schlafen", denkt der Mann. "Dann wieder Molloch".

Der Mann ist schwer enttäuscht von seinen Freunden.

Bitterkeit macht sich breit.

Schwer enttäuscht.

Der alte Mann denkt an den Molloch, und was ihn dort erwarten wird, wie die anderen 30 Jahre schon zuvor:

Hast - Lärm - Fiese Kollegen - Unverständnis und keinerlei Wertschätzung seitens des Managements.

Aschenputtel.

"Aschenputtel", denkt der Mann, "Ich will nicht mehr Aschenputtel sein".

Als kleiner Junge wurde er ausgewählt, Einzelkämpfer der Bundeswehr zu werden.

Man sagte ihm das aber nie.

Irgendwann erkannte er sein Schicksal und begann den Rest zu lernen.

Aber jetzt, wo seine Ausbildung abgeschlossen ist, läss man ihn hängen,

als sei er nur ein alter Lappen, der da über der Stuhllehne hängt.

Pah. Der alte Spuckt auf den Boden.

Sein Leben wurde von klein auf versaut.

Und jetzt, wo er die Ideen entwickelt hat, lässt man ihn hängen.

Der alte Mann zieht an seiner Zigarette.

"Volksverhetzung", denkt er, als er das Ekel-Bild auf seinem Tabaksbeutel sieht.

Was war es damals schön, in geselliger Runde eine selbst gedrehte Zigarette zu rauchen,
zu klönen und sich mit den Tabaksbeuteln gewisse Signale zu geben.

Seit dieser Volksverhetzung ist das nicht mehr möglich.

"Wo bleibt die Gerechtigkeit ?", fragt sich der alte Mann.


"Warum tragen unsere Automobile keine Ekelfotos mit abgerissenen Armen und Beinen, und verkohlten Leichen ?"

Autofahren ist mindestens genau so tödlich wie rauchen.

Der alte Mann blickt auf seine 45 Jahre als Feuerwehrmann zurück.

"Ja, es war schön. Ja, es war auch mal grausam."

Jetzt hat er nur noch diese Doppelbelastung.

Den Molloch und Soldat.

Gern würde er sich für den Molloch entscheiden können.

Jedoch wäre er als Soldat freier.

 

 

Denk' mal darüber nach.

 


Wie fühlst du dich jetzt ?

 

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